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Mutismus und Schule, ein unlösbares Problem?

Sie schweigen beharrlich in fremder Umgebung, obwohl sie als normal entwickelte Kinder eigentlich sprechen könnten und dies in vertrautem Rahmen auch tun: Kinder mit selektivem Mutismus ((lat. mutus = stumm). Gerade in Schule und Kindergarten, beim Arztbesuch löst ihr Verhalten oft Irritationen, Verunsicherung und Unverständnis aus. Warum sprechen Kinder plötzlich nicht mehr, obwohl sie sprechen können? Mutismus ist eine emotional bedingte Störung der sprachlichen Kommunikation. Die schwere Form des Mutismus ist das völlige Verstummen (totaler Mutismus). Ein selektiver Mutismus liegt vor, wenn das Kind noch mit einem bestimmten Personenkreis spricht, gegenüber Außenstehenden jedoch keine Kommunikation mittels Sprache mehr stattfindet.
Die Störung kann heute gut therapiert werden. Um eine mutistische Störung erkennen zu können, nennt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und - psychotherapie eine Orientierung an folgenden Leitsymptome: Selektivität des Sprechens: In einigen sozialen Situationen spricht das Kind fließend (sollte z.B. durch Tonbandaufnahmen dokumentiert sein), in anderen sozialen Situationen bleibt es jedoch stumm oder fast stumm. Beispiel: Das Kind spricht ohne Probleme mit Eltern und Geschwistern, schweigt aber im Kindergarten.

  •  Weiterführende Links ...
  •  Weiterführende Literatur ...
    • Reiner Bahr: "Wenn Kinder schweigen" - Für Angehörige, Betroffene sowie therapeutische und pädagogische Berufe. Ursachen, die Diagnosestellung und die Therapiemöglichkeiten werden diskutiert. Sowohl ambulante als auch teilstationäre Behandlungen werden angesprochen, und auch die Möglichkeit mit Psychopharmaka oder homöopathischen Mitteln einen Zugang zu diesen Kindern zu finden.
*TIPP*
Mutismus im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter
Mutismus im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter
LesensWertes
  Mutismus ist - kein Schicksal!
 Mutismus in der Schule - Erscheinung und Therapie. Otto Dobslaff: Mutismus in der Schule - Erscheinung und Therapie.
2003 | Wissenschaftsverlag Spiess | Stuttgart | Broschiert

Kurzbeschreibung: Mutistisches Verhalten von Schülern im Schulalltag ist für die Schulpraktiker von erheblicher Bedeutung. Wenn Schüler in schulischen Anforderungssituationen plötzlich nicht mehr uneingeschränkt lautsprachlich kommunizieren können, obwohl sie durchaus über die erforderliche lautsprachliche Kompetenz verfügen, führt dies bei Pädagogen und Mitschülern oft zu Unverständnis und Hilflosigkeit. Das vorliegende Buch leistet einen Beitrag, Unsicherheit im Umgang mit diesen Schülern zu überwinden. Auf der Basis umfangreicher empirischer Befunde erfolgt eine detaillierte Kennzeichnung der Schulmutisten, wobei stets ein enger Bezug zu den vielfältigen schulischen Kommunikationsanforderungen hergestellt wird. Deutlich wird, dass sich Schulmutismus nicht allein auf das aktuelle Sprechunvermögen beschränken lässt, sondern ein vielschichtiges Phänomen ist, dass in der Tendenz Auswirkungen auf die gesamte Persönlichkeit hat. Das Buch stellt ein strukturiertes Konzept für die förderpädagogische Intervention vor.
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Nitza Katz-Bernstein: Selektiver Mutismus bei Kindern - Erscheinungsbilder, Diagnostik, Therapie.
2005 | Reinhardt Verlag | Stuttgart | Broschiert

Kurzbeschreibung: Nitza Katz-Bernstein erläutert in ihrem Buch die verschiedenen Arten von Mutismus und grenzt sie zu anderen (Sprach-)Störungen ab. Sie definiert die Störung, beschreibt ihr Erscheinungsbild und ihre Diagnose. Sehr anschaulich stellt die Autorin mögliche Therapieformen dar und zeigt auf, wie die Behandlungsstunden gestaltet werden können. Sie kombiniert dabei unterschiedliche Zugänge und Methoden; sowohl aus dem psychotherapeutischen als auch aus dem sprachtherapeutischen Bereich. Dazu erklärt sie zunächst den Aufbau einer nonverbalen und später einer verbalen Kommunikation. Auch die Frage, ob und ab wann es sinnvoll ist, die Eltern/Angehörigen von der Therapie auszuschließen, wird beantwortet.
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  Die systemische Mutismus-Therapie - SYMUT als Therapiealternative
Gesichter des Schweigens Boris Hartmann: Gesichter des Schweigens - die Systemische Mutismus - Therapie/SYMUT als Therapiealternative
2006 | Schulz-Kirchner Verlag | Stuttgart | Broschiert

Kurzbeschreibung: Was ist Mutismus? Welche Auswirkungen hat er auf die Eltern, die Geschwister, auf die Betroffenen selbst? Ist eine Therapie notwendig oder sollte man auf eine selbständige Abschwächung des angstbedingten Schweigens hoffen? Wer vom Mutismus betroffen ist oder aus der Elternperspektive den Weg in den Rückzug mitverfolgt, spürt die Gefährdung einer gesamtpersonalen Entwicklungshemmung, auch wenn Fachleute immer noch auf eine verlängerte Trotzphase verweisen, den Mutismus mit Schüchternheit verwechseln oder das Prinzip Gelassenheit propagieren, um auf Zeit zu setzen. Mutismus hat aber keine Zeit. Schweigen bedeutet Isolation, erzeugt die ersten Einbußen in der Lebensqualität bereits im frühen Kindesalter und wird, wenn eine Therapie die kommunikative Öffnung nicht herbeizuführen vermag, zu einer komplexen Lebenssackgasse im Jugend- und Erwachsenenalter mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer depressiven und/oder angstinduzierten Selbstgefährdung. In der Fachliteratur sind Lebenswege von schweigenden Menschen ausschließlich in Falldarstellungen, so genannten Kasuistiken, zu finden. Eine Beschreibung der alltäglichen Lebensbewältigung aus der Sicht der Selbstbetroffenheit sucht man vergeblich. Diese Lücke in der qualitativen Sozialforschung wird nun geschlossen, indem Eltern und Betroffene selbst zu Wort kommen. In zehn (Auto-) Biographien werden in zum Teil bedrückender Weise die psychosozialen Konsequenzen des Schweigens im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter geschildert. Darüber hinaus verdeutlichen die unterschiedlichen Behandlungsverläufe die weit verbreitete Unspezifität der therapeutischen Versorgung von Schweigenden, aber auch: das System Mutismus. An dieser Stelle setzt die in eigener Praxis entwickelte Systemische Mutismus-Therapie, abgekürzt SYMUT, an. Mit der Darstellung der einzelnen Therapiemodule und der Didaktik des vierstufigen Behandlungsmodells wird eine direktiv auf das Sprechen ausgerichtete Behandlungsmethode aufgezeigt, die Aspekte des Spracherwerbs ebenso berücksichtigt wie aufrechterhaltende Erziehungsmuster des familiären Systems. Dabei zeigt sich: Leben mit Mutismus ist - kein Schicksal! Das vorliegende Buch will Mut machen. Erfreuliche Entwicklungen zeugen davon, dass Mutismus nichts Schicksalhaftes ist.
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