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Mutismus und Schule, ein unlösbares Problem?Sie schweigen beharrlich in fremder Umgebung,
obwohl sie als normal entwickelte Kinder eigentlich sprechen könnten
und dies in vertrautem Rahmen auch tun: Kinder mit selektivem Mutismus
((lat. mutus = stumm). Gerade in Schule und Kindergarten, beim
Arztbesuch löst ihr Verhalten oft Irritationen, Verunsicherung und Unverständnis
aus. Warum sprechen Kinder plötzlich nicht mehr, obwohl sie sprechen
können? Mutismus ist eine emotional bedingte Störung der sprachlichen
Kommunikation. Die schwere Form des Mutismus ist das völlige Verstummen
(totaler Mutismus). Ein selektiver Mutismus liegt vor, wenn das Kind
noch mit einem bestimmten Personenkreis spricht, gegenüber Außenstehenden
jedoch keine Kommunikation mittels Sprache mehr stattfindet.
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*TIPP* Mutismus im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter ![]() |
| LesensWertes | |||
| Mutismus ist - kein Schicksal! |
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Otto Dobslaff:
Mutismus in der Schule - Erscheinung und Therapie. 2003 | Wissenschaftsverlag Spiess | Stuttgart | Broschiert Kurzbeschreibung: Mutistisches Verhalten von Schülern im Schulalltag
ist für die Schulpraktiker von erheblicher Bedeutung. Wenn Schüler in
schulischen Anforderungssituationen plötzlich nicht mehr uneingeschränkt
lautsprachlich kommunizieren können, obwohl sie durchaus über die erforderliche
lautsprachliche Kompetenz verfügen, führt dies bei Pädagogen und Mitschülern
oft zu Unverständnis und Hilflosigkeit. Das vorliegende Buch leistet
einen Beitrag, Unsicherheit im Umgang mit diesen Schülern zu überwinden.
Auf der Basis umfangreicher empirischer Befunde erfolgt eine detaillierte
Kennzeichnung der Schulmutisten, wobei stets ein enger Bezug zu den
vielfältigen schulischen Kommunikationsanforderungen hergestellt wird.
Deutlich wird, dass sich Schulmutismus nicht allein auf das aktuelle
Sprechunvermögen beschränken lässt, sondern ein vielschichtiges Phänomen
ist, dass in der Tendenz Auswirkungen auf die gesamte Persönlichkeit
hat. Das Buch stellt ein strukturiertes Konzept für die förderpädagogische
Intervention vor. |
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Nitza Katz-Bernstein:
Selektiver Mutismus bei Kindern - Erscheinungsbilder, Diagnostik,
Therapie. 2005 | Reinhardt Verlag | Stuttgart | Broschiert Kurzbeschreibung:
Nitza Katz-Bernstein erläutert in ihrem Buch die verschiedenen Arten
von Mutismus und grenzt sie zu anderen (Sprach-)Störungen ab. Sie definiert
die Störung, beschreibt ihr Erscheinungsbild und ihre Diagnose. Sehr
anschaulich stellt die Autorin mögliche Therapieformen dar und zeigt
auf, wie die Behandlungsstunden gestaltet werden können. Sie kombiniert
dabei unterschiedliche Zugänge und Methoden; sowohl aus dem psychotherapeutischen
als auch aus dem sprachtherapeutischen Bereich. Dazu erklärt sie zunächst
den Aufbau einer nonverbalen und später einer verbalen Kommunikation.
Auch die Frage, ob und ab wann es sinnvoll ist, die Eltern/Angehörigen
von der Therapie auszuschließen, wird beantwortet. |
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| Die systemische Mutismus-Therapie - SYMUT als Therapiealternative |
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Boris Hartmann:
Gesichter des Schweigens - die Systemische Mutismus - Therapie/SYMUT
als Therapiealternative 2006 | Schulz-Kirchner Verlag | Stuttgart | Broschiert Kurzbeschreibung: Was ist Mutismus? Welche Auswirkungen hat
er auf die Eltern, die Geschwister, auf die Betroffenen selbst? Ist
eine Therapie notwendig oder sollte man auf eine selbständige Abschwächung
des angstbedingten Schweigens hoffen? Wer vom Mutismus betroffen ist
oder aus der Elternperspektive den Weg in den Rückzug mitverfolgt, spürt
die Gefährdung einer gesamtpersonalen Entwicklungshemmung, auch wenn
Fachleute immer noch auf eine verlängerte Trotzphase verweisen, den
Mutismus mit Schüchternheit verwechseln oder das Prinzip Gelassenheit
propagieren, um auf Zeit zu setzen. Mutismus hat aber keine Zeit. Schweigen
bedeutet Isolation, erzeugt die ersten Einbußen in der Lebensqualität
bereits im frühen Kindesalter und wird, wenn eine Therapie die kommunikative
Öffnung nicht herbeizuführen vermag, zu einer komplexen Lebenssackgasse
im Jugend- und Erwachsenenalter mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit
einer depressiven und/oder angstinduzierten Selbstgefährdung. In der
Fachliteratur sind Lebenswege von schweigenden Menschen ausschließlich
in Falldarstellungen, so genannten Kasuistiken, zu finden. Eine Beschreibung
der alltäglichen Lebensbewältigung aus der Sicht der Selbstbetroffenheit
sucht man vergeblich. Diese Lücke in der qualitativen Sozialforschung
wird nun geschlossen, indem Eltern und Betroffene selbst zu Wort kommen.
In zehn (Auto-) Biographien werden in zum Teil bedrückender Weise die
psychosozialen Konsequenzen des Schweigens im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter
geschildert. Darüber hinaus verdeutlichen die unterschiedlichen Behandlungsverläufe
die weit verbreitete Unspezifität der therapeutischen Versorgung von
Schweigenden, aber auch: das System Mutismus. An dieser Stelle setzt
die in eigener Praxis entwickelte Systemische Mutismus-Therapie, abgekürzt
SYMUT, an. Mit der Darstellung der einzelnen Therapiemodule und der
Didaktik des vierstufigen Behandlungsmodells wird eine direktiv auf
das Sprechen ausgerichtete Behandlungsmethode aufgezeigt, die Aspekte
des Spracherwerbs ebenso berücksichtigt wie aufrechterhaltende Erziehungsmuster
des familiären Systems. Dabei zeigt sich: Leben mit Mutismus ist - kein
Schicksal! Das vorliegende Buch will Mut machen. Erfreuliche Entwicklungen
zeugen davon, dass Mutismus nichts Schicksalhaftes ist. |
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