HyperSchool - dein Internet Guide für Schule und Freizeit
HyperSchool Schulbücher Kalender Ideenshop HyperQuiz Friends

Berufswahl
Berufsporträts
Berufschancen
Bewerbung

 

Arbeitsplatz Nähmaschine: Änderungsschneider wird jetzt zum Lehrberuf

Bonn/Berlin (dpa/gms) - Ist die Hose zu lang oder die Bluse zu weit, können Änderungsschneider das Problem meist schnell beheben. In Anspruch genommen wird ihre Hilfe schon lange, doch nun gibt es dafür auch einen eigenen Ausbildungsberuf. Anders als sonst üblich, dauert die Lehrzeit nur zwei Jahre. «Entsprechend sind die Anforderungen auch nicht so hoch wie bei Maß- oder Modeschneidern», sagt Petra Westpfahl vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.
Das neue Ausbildungsangebot bietet auch solchen Jugendlichen Chancen, die es bei der Lehrstellensuche schwierig haben, weil sie nicht mit glänzenden Zeugnissen punkten können. «Angesprochen werden Jugendliche mit praktischer Begabung», sagt Kirsten Kielbassa-Schnepp vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. Feste Voraussetzungen etwa hinsichtlich des Schulabschlusses gibt es nicht: «Wer die Ausbildung abschließt, hat damit den Fuß in der Tür.»
Damit ergeben sich Möglichkeiten auch über die Arbeit als Änderungsschneider hinaus: «Jugendliche eröffnen sich einen Karrierepfad», ergänzt Petra Westpfahl. «Anschließend kann man beispielsweise eine weitere Ausbildung zum Modeschneider draufsatteln.» Die zwei Lehrjahre werden darauf voll angerechnet.
In Deutschland gibt es etwa 16 000 Änderungsschneidereien. 3300 Fachgeschäfte für Herren- und Damenoberbekleidung haben einen eigenen Änderungservice. «Oft sind Änderungsschneidereien auch an größere Kaufhausketten assoziiert», sagt Kirsten Kielbassa-Schnepp. «Das können durchaus Betriebe mit mehreren Angestellten sein.»
Eine Umfrage durch das Bibb ergab entgegen den ursprünglichen Erwartungen, dass die Mehrzahl der Betriebe (55 Prozent) in deutscher Hand ist und die Hälfte der Befragten eine Ausbildung in Deutschland absolviert hat. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) ist grundsätzlich bereit, selbst auszubilden. 44 Prozent dieser Betriebe könnten sich vorstellen, Azubis nach der Ausbildung auch zu übernehmen. «Jeder Änderungsschneiderbetrieb darf grundsätzlich ausbilden», sagt Petra Westpfahl. Bedarf ist da: «Wir kriegen bisher nur Personal, das wir noch anlernen müssen», sagt Mustafa Karadeniz von der Firma Citex, einer der größeren Änderungsschneidereien in Berlin. «Der Beruf ist jahrelang belächelt worden.» Längst sei es Zeit für eine eigene Ausbildung. Citex, von Mustafas Bruder Murat Karadeniz gegründet, hat rund zwei Dutzend Mitarbeiter. «Und wir möchten fünf Stellen für Auszubildende besetzen.»
Erwartet wird von Änderungsschneidern zwar nicht, dass sie nach eigenen Entwürfen arbeiten - aber vorgefertigte Kleidung müssen sie akkurat ändern können. «Handwerkliches Geschick ist dabei gefragt. Auch ein Gefühl für Schnitte und ein Händchen für Materialien ist wichtig», erläutert Petra Westpfahl. «Und man muss beraten können. Schließlich soll der Kunde zufrieden sein.» Zunächst lernen die Azubis, einfache Kleidungsstücke wie Röcke zu kürzen, später dann etwa auch Blazer mit Schlitz und Knöpfen enger und kürzer zu machen.
Änderungsschneider passen aber nicht nur Jacken, Hosen, Hemden, Blusen oder Westen an: «Wir bearbeiten alles, was unter die Maschine passt», sagt Mustafa Karadeniz, der als Diplom-Betriebswirt jedoch nicht mehr selbst näht. «Auch bei Leder- oder Pelzarbeiten übernehmen wir Änderungen.» Das gilt zum Beispiel für Handtaschen oder Mützen, aber auch für Zelte, Gardinen oder Vorhänge. «Das Gros der Arbeit betrifft allerdings Textilien», sagt Karadeniz. «Was wir nicht machen dürfen, ist Kurzwaren verkaufen.»
Davon abgesehen, kann das Spektrum von Änderungsschneidern aber breit sein: «Wir arbeiten auch für viele Fünf-Sterne-Hotels», sagt Karadeniz. «Für große Firmen-Events ändern wir schon mal das Outfit für die Models. Und auch Fahnen für den Bundestag haben wir bereits repariert, die palästinensischen zum Beispiel vor dem Besuch von Arafat.»
Wie viel Änderungsschneider-Auszubildende verdienen, ist noch nicht ganz sicher. Die Gründung eines Bundesverbandes, der solche Fragen klärt, steht noch bevor. Das Gehalt wird sich nach Einschätzung der Experten aber an dem der Mode- und Maßschneider orientieren. Noch sei der neue Beruf wenig bekannt, sagt Petra Westpfahl. Langfristig sei aber von mehreren hundert Azubi-Plätzen pro Jahr auszugehen. Die Chancen auf eine spätere Anstellung hält Mustafa Karadeniz für gut: «Viele Betriebe brauchen dringend Nachwuchs.»
Informationen im
Internet: Bundesagentur für Arbeit: »Änderungsschneider/in
Von Andreas Heimann, 05.09.05

*TIPP*
Fabia Denninger:
Textil- und Modelexikon
Mit der 8., vollständig überarbeiteten und erweiterten Auflage präsentiert sich das Textil- und Modelexikon mit einem komplett neuen Autorenteam. Auch gestalterisch wurde das Lexikon einer gründlichen Revision unterzogen, was die Leser insbesondere an den neuen Zeichnungen feststellen werden. Das Grundprinzip, an der Praxis orientiertes Fachwissen in konzentrierter Form zu vermitteln, blieb erhalten. Die Grundbindungen für Gewebe und Maschenwaren wurden nicht nur erläutert, sondern auch durchgehend mit einer Abbildung der Bindung und des textilen Warenbildes versehen. Eine Vielzahl weiterer Abbildungen, u. a. zu Nähstichtypen, Dreher- und Frottiergeweben, Pelztieren, Sticktechniken und von Textilmaschinen, unterstützen das Bestreben des Autorenteams, für Eindeutigkeit in den Definitionen zu sorgen. Das Verweissystem, der Prüfstand eines jeden Lexikons, wurde grundlegend überarbeitet und bietet dem Leser ein verlässliches Instrument bei der Suche nach vertiefenden Informationen hinter dem gesuchten Stichwort. Inhaltlich umfasst das Lexikon neben den genannten Begriffen aus Mode und Textiltechnik die Bereiche Vliesstoffe, Spitze, Leder und Kunstleder, Daunen und Federn, Handelsbezeichnungen und herstellungstechnische Erläuterungen, Funktionstextilien, Bekleidungsphysiologie, Futterstoffe, Einlagen, EDV für Textilien und vieles mehr. Berücksichtigt werden dabei auch die DIN-Normen.
2 Bände

Hannelore Eberle:
Mode 1

Zeichnen & Entwerfen
Mode 2
Darstellung, Farbe und Stil

 

 

Wie werde ich ...

 

• Änderungsschneider/in • Altenpfleger/in • Animateur/in • Antiquar/in • Apotheker/in • Architekt/in • Augenoptiker/in • Autodesigner/in • Bauingenieur/in • Bauzeichner/in • Bestattungsfachkraft • Binnenschiffer/in • Brauer/in • Buchhalterr/in • Chemielaborant/in • Chemikant/in • Chirurgiemechaniker/in • Cutter/in • Edelsteinschleifer/in • Epithetiker/in • Ergotherapeut/in • Erzieher/in • Event-Manager/in • Fachangestellte/r für Markt- und Sozialforschung • Fachangestellte/r für Mediendienste • Fachinformatiker/in • Fachkraft Agrarservice • Fachkraft Lagerlogistik • Fachkraft Möbelservice • Fachkraft Süßwarentechnik • Fachmann/-frau für Systemgastronomie • Fachverkäufer/in • Feinwerkmechanike/in • Fischwirt/in • Florist/in • Fluglotse/in • Forstwirt/in • Friseur/in • Gärtner/in • Gesundheits- und Krankenpfleger/in • Goldschmied/in • Hafenschiffer/in • Hebamme/Entbindungspfleger • Holz- und Bautenschützer/in • Immobilienkaufmann/-frau • Industriekaufmann/-frau/in • Industriekeramiker/in • Kameramann/-frau • Kartograph/in • Kaufmann/-frau Dialogmarketing • Kaufmann/-frau Groß- und Außenhandel • Kaufmann/-frau Marketingkommunikation • Kaufmann/-frau Tourismus und Freizeit • Kaufmann/-frau Verkehrsservice • KEP-Kaufmann/-frau • Koch/Köchin • Konditor/in • Korbflechter/in • Kunsthistoriker/in • Logistiker/in • Logopäde/Logopädin • Maschinen- und Anlagenführer/in • Maskenbildner/in • Mathematisch-technische/r Software-Entwickler/in • Mechatroniker/in für Kältetechnik • Mediengestalter/in • Medizinische/r Fachangestellte/r • Meteorologe/-Meteorologin • Papiertechnologe/-technologin • Parkettleger/in • Pferdewirt/in • Polizist/in • Polster- und Dekorationsnäher/in • Produktprüfer/in Textil • Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r • Rettungsassistent/in • Sachbuchautor/in • Sattler/in • Servicefahrer/in • Sozialpädagoge/-pädagogin • Spieledesigner/in • Sportfachmann/frau • Sportlehrer/in • Sport- und Fitnesskaufmann/frau • Steinmetz/in und Steinbildhauer/in • Steuerberater/in • Steuerfachangestellte/r • Straßenbauer/in • Stuckateur/in • Tierarzt/Tirärztin • Tiermedizinische/r Fachangestellte/r • Tierwirt/in • Tischler/in • Versicherungskaufmann/-frau • Werkzeugmechaniker/in • Wirtschaftsjurist/in • Zerspanungsmechaniker/in •

 
  zurück | HyperSchool | Schulzeit | Freizeit | School's out | Kummerecke | Diese Seite empfehlen
   
Impressum  © 2001-2009 by EKweb4you mailto HyperSchool