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Chemielaborant/in - die Aufgaben der Zukunft lösen

Wiesbaden/Berlin (gms) - Die Chemie hat die moderne Welt entscheidend mit geprägt. Vieles von dem, was uns heute selbstverständlich erscheint, ist erst durch die Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung der letzten Jahrzehnte möglich geworden: Moderne chemische Werkstoffe haben zum Beispiel der Computertechnik, der Mikroelektronik, dem Maschinen- und Motorenbau zu ganz neuen Möglichkeiten verholfen. Aber auch widerstandsfähige und pflegeleichte Textilien wären ohne Chemie nicht denkbar.
Die Arbeit der Chemiker ist aber noch lange nicht getan. In Zukunft warten noch Aufgaben zum Beispiel im Umweltschutz oder im Kampf gegen Krankheiten: «Um die Herausforderungen der Zukunft bewältigen zu können, brauchen wir gut ausgebildete junge Leute», sagt Hans-Günter Glass vom Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) in Wiesbaden. «Besonders wichtig sind dabei Interesse an moderner Technik und den Naturwissenschaften.»
Das gilt auch für den Beruf des Chemielaboranten. Chemielaboranten sind die rechte Hand von Wissenschaftlern. Gemeinsam mit ihnen und Ingenieuren arbeiten sie in der Forschung, der Entwicklung und der Produktion. Die Laboratorien der Industrie, der Hochschulen, der chemischen Forschungsinstitute und Untersuchungsstellen sind ihre Arbeitsstätten. Wenn es um die Entwicklung nutzbringender Chemikalien, neuer Werkstoffe oder die Suche nach dem besten Herstellungsweg geht, ist ihr Können gefragt. «Die Ausbildung zum Chemielaboranten ist im Jahr 2 000 modernisiert worden», sagt Hans-Günter Glass, «sie ist jetzt noch flexibler und sehr berufsbezogen.»
Drei so genannte «Qualifikationseinheiten» werden künftig die Ausbildung dominieren. Die Dauer wird weiterhin dreieinhalb Jahre betragen und sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule stattfinden. Die «Integrativen Qualifikationseinheiten» werden den angehenden Chemielaboranten künftig während der gesamten Ausbildungszeit in Verbindung mit fachspezifischen Themen vermittelt werden.
Dabei geht es zum Beispiel um Arbeitsorganisation und Kommunikation, das Umgehen mit Arbeitsstoffen oder das Arbeiten mit chemischen und physikalischen Methoden. Im Bereich der «Pflichtqualifikationseinheiten» wird es dann schon sehr speziell. In diesem Ausbildungsmodul geht es unter anderem um das Durchführen analytischer Arbeiten, das Vorbereiten von Proben und das Auswerten von Messergebnissen. Schließlich sollen die «Wahlqualifikationseinheiten» den künftigen Laboranten sowohl berufsspezifische als auch berufsübergreifende Fähigkeiten vermitteln. Hier dreht sich dann zum Beispiel alles um Verfahrenstechnik, Kopplungstechniken oder Thermodynamische Größen.
Ferner stehen auf dem Stundenplan Biotechnologie, Mikrobiologie, Elektrotechnik oder Gentechnik. «Wer sich für den Beruf des Chemielaboranten interessiert, braucht unbedingt auch Kenntnisse benachbarter Wissenschaften», sagt Thomas Steinbrecher vom Berufsbildungszentrum (bbz) des Bildungswerkes Nordostchemie in Berlin. «Dazu zählen vor allem Physik, Biologie und Mathemathik. Allerdings sind auch sehr gute Englischkenntnisse erforderlich, denn ein großer Teil der fachlichen Kommunikation findet in Englisch statt.» Steinbrecher arbeitet als Ausbilder für Instrumentelle Analytik am bbz und weiß, dass die Flut der Informationen in den Naturwissenschaften immer schneller zunimmt. Manchmal jedoch muss er in der Ausbildung einige Schritte zurück, statt voran gehen: «Es gibt immer wieder Auszubildende, denen elementare Rechenkenntnisse fehlen, selbst Dreisatz oder Prozentrechnen.» Ein guter Realschulabschluss gilt als solide Voraussetzung für den Beruf des Chemielaboranten. Es gibt jedoch auch Bewerber mit Hauptschulabschluss oder Abitur. Zu letzteren gehört auch Sebastian Karsten aus Berlin, Auszubildender im dritten Lehrjahr: «Ich habe mich schon in der Schule für Naturwissenschaften interessiert und einen Chemie-Leistungskurs belegt», erzählt er. «Auf alle Fälle wollte ich vor einem eventuellen Studium eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Tasche haben. Am liebsten möchte ich später in der Forschung arbeiten.» Ein Praktikum hat Sebastian Karsten in der Qualitätssicherungsabteilung eines Chemie-Konzerns absolviert.
Der berufliche Alltag der Chemielaboranten erfordert die Fähigkeit zu selbstständiger, vorausschauender und teamorientierter Arbeit. Sehr wichtig ist auch die Bereitschaft zu «lebenslangem Lernen».
Bundesagentur für Arbeit: »Chemielaborant/in

Von Stefanie Dorn, 18.4.2005

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