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Fachangestellte für Mediendienste
sind echte Datenbankexperten
Köln/Berlin (dpa/tmn) - Die Ausbildung zum
Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste dauert drei
Jahre und ist in fünf verschiedenen Fachrichtungen möglich. Die
einzelnen Schwerpunkte sind Archiv, Bibliothek, Bildagentur,
Information und Dokumentation sowie Medizinische Dokumentation. In
den ersten beiden Jahren lernen alle Azubis gemeinsam, wie
grundsätzlich Daten beschafft, erschlossen und bereitgestellt
werden. Darüber hinaus werden sie mit den verschiedenen
Informations- und Kommunikationssystemen vertraut gemacht und lernen
Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung. Im dritten Jahr
werden dann die Besonderheiten in den einzelnen Fachgebieten
gelehrt. «Man sollte sich auf jeden Fall vorher überlegen, in
welcher Fachrichtung man später arbeiten möchte», sagt Hans-Joachim
Mesters vom Berufsinformationszentrum in Ulm.
Suchen, finden, aufbereiten, archivieren, dokumentieren und
zugänglich machen von Informationen - so könnte man die
Hauptaufgaben eines FaMis beschreiben. Oder wie die Azubis in der
Bibliothek der Humboldt-Universität in Berlin sagen: «Wir FaMIs
lotsen die Nutzer durch den Informationsdschungel». Voraussetzungen
für den Beruf sind eine gute Allgemeinbildung, gute
Deutschkenntnisse und auch eine gewisse Affinität zu Computern, da
sehr viel am Rechner gearbeitet wird, sagt Jörg Meyer,
Geschäftsführer von ComIn, einer Tochtergesellschaft des
Berufsförderungszentrums Essen. Außerdem sollten die Bewerber
abstrakt-logisch denken können. Hinzu kommen fachspezifische oder
auch ausbildungsplatzabhängige Voraussetzungen, wie Karin Freyer,
FaMi-Ausbilderin an der Bibliothek der Humboldt-Universität, betont.
In einer Stadtbücherei brauchen Bewerber vielleicht keine
Fremdsprache, sagt Freyer. In einer Unibibliothek, wo es etwa viele
englische Titel gibt und auch viele ausländische Studenten auf
Englisch Auskünfte suchen, seien Fremdsprachen dagegen wichtig. Zwar
sei ein Wechsel später möglich, aber die Anforderungen seien doch
sehr unterschiedlich. So lernen diejenigen, die sich für die
Medizinische Dokumentation entschieden haben, etwa wie sensible
Patientendaten verschlüsselt werden. In den Bibliotheken müssen sich
die Azubis eher um die Bestandspflege und Verschlagwortung der
einzelnen Bücher kümmern. Zwar reicht theoretisch ein qualifizierter
Hauptschulabschluss - die meisten Azubis haben aber einen
Realschulabschluss oder sogar das Abi in der Tasche. «Im
öffentlichen Dienst sind 53 Prozent der Azubis Realschüler und 45
Prozent Abiturienten», sagt Martin Elsner vom Bundesinstitut für
Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Im privatwirtschaftlichen Bereich
sieht es ähnlich aus: Hier sind 45 Prozent der angehenden FaMis
Abiturienten, 43 Prozent haben einen Realschulabschluss. Die
Chancen, später einen Job zu finden, stehen nicht schlecht. Karin
Freyer von der Humboldt-Universität sieht gute Chancen für ihre fünf
Azubis - auch wenn die Übernahmechancen im öffentlichen Dienst nicht
gerade rosig aussehen. In der Privatwirtschaft lässt sich ihrer
Ansicht nach allerdings schon etwas finden. So hätten etwa große
Rechtsanwaltskanzleien bei ihr nachgefragt, ob einer ihrer FaMis bei
der Kanzlei anfangen wolle. Und auch Hans-Joachim Meyer von ComIn
sieht nach einigen schwächeren Jahren zumindest für seinen Bereich,
den der Medizinischen Dokumentation, wieder ganz gute Perspektiven:
«Die Gesundheitswirtschaft braucht solche Arbeitsplätze.»
Hans-Joachim Mesters vom Berufsinformationszentrum in Ulm ist da
schon etwas skeptischer. FaMis seien zwar flexibel einsetzbar, und
ihr Wissen strahle in alle möglichen Bereiche, aber es sei «eben
kein Beruf, wo es 100 000 Stellen gibt». Im privaten Bereich, etwa
bei großen Rundfunkanstalten oder Bildagenturen oder auch in
Krankenhäusern und großen Gemeinschaftspraxen bestehe zwar durchaus
Bedarf nach den Recherche- und Datenbankexperten. «Man muss aber
schon regional flexibel sein.» Und so arbeiten nicht alle
FaMis später in ihrem gelernten Beruf. Sie werden auch gerne auch
anderweitig eingesetzt. Jasan Baschir Vaziry etwa arbeitet drei
Monate nach Ende seiner Ausbildung beim Deutschen Institut für
Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) immer noch dort -
mittlerweile allerdings in der Pressestelle.
Informationen im Internet: Bundesagentur für Arbeit:
»Fachangestellte/r
- Medien- u. Info.Dienste
Von Birgitta von Gyldenfeldt, 14.5.2007 |
*TIPP*
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