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Kompetent in der Küche: Fachverkäufer
bereiten auch kleine Speisen zu
Berlin/Frankfurt/Main (dpa/gms) - Kanapees mit Ei, Kaviar
und einem Radieschen, Fladenbrote mit Mexiko-Füllung - oder doch
lieber ein Panini mit Tomaten und Mozzarella? Einfach belegte Wurst-
oder Käsebrötchen werden in den Auslagen von Bäckereien und
Konditoreien von immer raffinierteren Kreationen abgelöst. Nicht nur
das, sie nehmen auch immer mehr Raum ein. «Die Verzehrgewohnheiten
haben sich sehr stark geändert. Es wird viel mehr außer Haus
gegessen», erläutert Matthias Wiemers vom Zentralverband des
Deutschen Bäckerhandwerks in Berlin. Entsprechend haben sich auch
die Aufgaben für das Verkaufspersonal erweitert. Die Ausbildung von
Fachverkäufern zielt jetzt verstärkt auf die Zubereitung von Snacks
ab.
Entsprechend haben sich auch die Aufgaben für das Verkaufspersonal erweitert. Die Ausbildung von Fachverkäufern zielt jetzt verstärkt auf die Zubereitung von Snacks ab.
Seit diesem Herbst gilt eine neue Ausbildungsordnung für Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk - früher Nahrungsmittelhandwerk -, die es in den
drei Schwerpunkten Bäckerei, Konditorei und Fleischerei gibt. Seit die bislang geltende vor rund 20 Jahren verabschiedet wurde, haben sich die Anforderungen an das Personal in einigen Bereichen geändert. Das betrifft das Marketing, die Hygiene - und vor allem die Zubereitung von Speisen.
«Es wird jetzt auch in der Küche ausgebildet», sagt Karin Rößler, Vorsitzende des Prüfungsausschusses für Fachverkäufer in Unterfranken. «Sie müssen Salate herrichten, außerdem kleine Speisen wie Omelettes und Toasts oder Süßspeisen, und alles fachgerecht servieren.» Die Zubereitung von Suppen und Bratenstücken oder Frikadellen steht außerdem bei den Fleischereiverkäufern auf dem Lehrplan, wie Eugen Nagel, Vizepräsident des Deutschen Fleischerverbands in Frankfurt/Main, ergänzt.
Karin Rößler weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig das Snack-Geschäft geworden ist, denn sie ist auch Seniorchefin in der Konditorei Beer in Nürnberg. «Wir erweitern das Angebot von Jahr zu Jahr», sagt sie. «Der Trend der letzten Jahre ist außerdem, dass die Kunden stark auf die Optik reagieren.» So gehört auch die Kunst des Dekorierens zur Ausbildung, sei es von Buffetplatten, Theken oder Schaufenstern. Speziell Konditoreiverkäuferinnen lernen außerdem das ansprechende Verpacken von Pralinen und Geschenkartikeln.
Einen erhöhten Stellenwert nehmen schon bei der Ausbildung Marketingstrategien ein, wie Wiemers erläutert. «Es kommt immer mehr darauf an, die Ware professionell zu verkaufen.» Sache der Mitarbeiter im Laden sei es deswegen auch, sich abzeichnende Trends an die Backstube weiterzugeben - der Stellenwert von Teamarbeit steige deshalb.
Hauptaufgabe des Fachpersonals ist allerdings noch immer das Verkaufen. Deshalb betont Eugen Nagel, der beim Fleischerverband auch für die Ausbildung zuständig ist, dass Interessenten Freude am Umgang mit Menschen haben sollten. Eine weitere Voraussetzung: «Die Kandidaten müssen gewissenhaft sein, da sie mit sensiblen Lebensmitteln umgehen. Dazu gehört auch die persönliche Hygiene.» Das Kapitel Lebensmittelhygiene sowie die richtige Lagerung und Qualitätsprüfung der Ware sei in der neuen Ausbildungsordnung erheblich ausgeweitet worden.
Fleischereiverkäufer müssen außerdem Kunden nicht nur bei Fleisch- und Wurstwahl beraten können, sondern ihnen auch den ein oder anderen Kochtipp geben - zum Beispiel, dass ein Braten bei niedriger Temperatur besonders saftig bleibt. «Im Prinzip lernen die Damen und Herren auch kochen, wenn teilweise auch theoretisch», sagt Nagel. Kundenberatung nimmt auch in Bäckerei und Konditorei einen immer größeren Stellenwert ein, vor allem was das Themenspektrum Inhaltsstoffe und Allergien betrifft.
Die Ausbildung zum Fachverkäufer dauert in der Regel drei Jahre. Als Betriebe kommen außer Bäckereien, Konditoreien und Fleischereien auch Einzelhandelsgeschäfte mit einer Fleisch- oder Brot- und Kuchentheke in Frage. Unabhängig vom gewählten Schwerpunkt besuchen die Auszubildenden gemeinsam die Berufsschule. Ein späterer Wechsel sollte also ohne Probleme möglich sein.
Für fertige Lehrlinge kommt nicht nur der Verkauf in Frage: Eugen Nagel hat die Erfahrung gemacht, dass viele Fleischer-Fachverkäufer auch in den Cateringbereich oder in die Küche - etwa als Kaltmamsell - wechseln. «Wer will, kann auch Koch werden mit auf eineinhalb Jahren verkürzter Lehrzeit.» Auch Fortbildungen stehen den Fachverkäufern offen, wie Wiemers betont, etwa zum Verkaufsleiter einer Filiale. Oder ein weiterführendes Studium an einer Fachhochschule, etwa in Ökotrophologie oder Lebensmittelchemie.
Informationen im Internet: Bundesagentur für Arbeit:
»Fachverkäufer/-in
im Lebensmittelhandwerk
Von Sandra Tjong, 30.10.2006
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*TIPP*
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