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Förster und Forstwirte sind Manager
und Pfleger des Waldes
Berlin (dpa/gms) - Der Wald, kostbares Stück der Natur und
Lieferant des Rohstoffs Holz, bedarf ständiger Pflege durch
Fachleute. Es sind Förster und ganz vereinzelt auch Försterinnen,
die diese Aufgabe übernehmen. «Ein Traumberuf für Menschen, die die
Natur mögen und sich nicht an kitschigen Klischees aus Film und
Fernsehen orientieren», sagt Jens Meier, Revierförster im Hausbruch,
einem ausgedehnten Waldgebiet zwischen Bremen und Oldenburg. Hier
stehen auch mächtige Eichen, darunter die mindestens 1200 Jahre alte
Friederikeneiche.
In diesem Beruf gibt es drei Laufbahnen: Forstwirt mit drei Jahren
Ausbildung in einem Betrieb und Berufsschulunterricht,
Diplom-Ingenieur (FH) Forstwirtschaft (vier Jahre Studium
einschließlich zweier Praxissemester an einer Fachhochschule) sowie
Diplom-Ingenieur Forstwirtschaft (Studium mit akademischem Abschluss
an einer Forstwirtschaftlichen Fakultät der Universitäten Dresden,
Freiburg, München und Göttingen).
Entsprechend der Ausbildung folgt die berufliche Laufbahn, wobei die
Ingenieure im gehobenen und höheren Staatsdienst ebenso gebraucht
werden wie in der privaten Wald- und Holzwirtschaft sowie im
Umweltschutz. «Der klassische Förster, der nur den Wald
kontrolliert, ist nicht mehr so gefragt», sagt Chantal van Marwijk
vom Fachverband Forst mit Sitz in Diedorf (Bayern). «Ein Diplom soll
ihn als Fachmann ausweisen, denn zu den Aufgaben zählen auch Umwelt-
und Naturschutz sowie die Holzwirtschaft.» Die beruflichen Chancen
für Einsteiger sieht die Verbandssprecherin allerdings mit gewisser
Skepsis: «Früher bekamen etwa 80 Prozent der ausgebildeten
Forstwirte und Forstingenieure eine Anstellung im Staatsdienst. Die
Tendenz aber ist, den Staatswald zu privatisieren, somit fallen
weitere Stellen in diesem Bereich weg.» Von den knapp 110 000
Quadratkilometern Waldbestand befinden sich nach ihrer Darstellung
noch ein Drittel im Besitz des Bundes, der Länder und der Gemeinden.
Im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium heißt es zu den
Berufsaussichten im Landesdienst nüchtern: «Die Zahl der
Studierenden übertrifft den zu erwartenden Bedarf des Arbeitsmarktes
auf diesem Gebiet.» Bei den Forstwirten, früher Waldarbeiter
genannt, besteht «eine zahlenmäßig sehr beschränkte Nachfrage». Dies
bestätigt auch Revierförster Jens Meier, der selbst an einer
Fachhochschule studiert hat.
Gute Schulzeugnisse muss auch ein Auszubildender nachweisen: «In den
Wald kommen nicht die starken Doofen», betont Ines von Keller von
der berufsständischen Vertretung Bund Deutscher Forstleute (BDF) in
Berlin. «Da wird schon Realschulabschluss bevorzugt.» Forstwirt sei
ein anspruchsvoller Beruf mit hoher Technisierung. Die Hochschulen
bieten Spezialisierungsmöglichkeiten an, beispielsweise auf
tropische Forstwirtschaft.
Längst haben Maschinen einen großen Anteil der früheren körperlichen
Arbeit übernommen. Bäume fällt heute in die Regel ein Harvester,
eine technisch raffinierte «Erntemaschine», die Stämme gleich von
Ästen befreit. Forstwirte können sich zum Maschinenführer ausbilden
lassen. Manchen Bäumen können sie allerdings nur mit der Motorsäge
oder gar mit Äxten an den Stamm rücken.
Forstwirte müssen das gewonnene Holz sortieren, vermessen und zum
Abtransport vorbereiten. Aber auch das Anlegen und die Pflege von
Wegen, Pfaden und selbst Grillplätzen gehört zu ihren Aufgaben. Sie
beseitigen den so genannten Windbruch, also von Stürmen abgeknickte
Äste und sorgen dafür, dass keine fremden Pflanzenarten sich in den
Forsten ausbreiten.
All die Arbeiten im Wald hat der Forstingenieur als Absolvent einer
Fachhochschule während des Studiums in der Praxis kennen gelernt.
Dazu kam viel theoretisches Wissen, unter anderem auch über
Verwaltungsaufgaben. Ein Forstingenieur ist der Manager im Wald, der
auch die Forstwirte zu führen hat. Führerschein und Jagdschein
werden vorausgesetzt.
So muss Revierförster Meier seine Arbeitszeit auch entsprechend
einteilen. «50 Prozent davon bin ich im Wald, die andere Hälfte
sitze ich am Computer», erzählt er. In der Regel beginnt er seine
Arbeit um 7.00 Uhr morgens. «Auf dem Papier habe ich eine
40-Stunden-Woche.
Diese Zeit wird aber regelmäßig überschritten», sagt er. Die
Diplom-Ingenieure mit akademischem Abschluss arbeiten dagegen nur
selten in freier Natur. Meist sind sie in Amtsstuben, in Büros bei
privaten Forstbesitzern, an Hochschulen und auch in der Forschung
tätig.
Informationen im Internet: Unter »Fachverband
Forst e.V. und »Bund
deutscher Forstleute.
Horst Heinz Grimm, 11.7.2005
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*TIPP*
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