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Kurierfahrer müssen pünktlich beim Kunden sein.
Bonn/Hamburg (dpa/gms) - Früher hatte die Post ein Monopol
auf alle Brief- und Paketdienstleistungen. "Heute kümmern sich mehr
als 800 Unternehmen in Deutschland um diesen Bereich", sagt Eugen
Pink vom Bundesverband Deutscher Postdienstleister in Bonn (BVDP).
"Das Spektrum reicht von weltweit tätigen Universaldienstleistern
bis zu mittelständischen Unternehmen wie Stadtkurieren", erläutert
Carl Schamel vom Bundesinstitut für Berufsbildung (Bibb) in Bonn.
Bildete früher die Bundespost ihre Fachkräfte nach den eigenen
Bedürfnissen aus, gelten in dem offenen Markt andere Regeln: "Die
Wettbewerber sollen endlich auch ausbilden können", sagt Elmar
Müller, Vorstand des Deutschen Verbandes für Post und
Telekommunikation (DVPT) in Offenbach.
Aus diesem Grund gibt es die neuen Ausbildungsberufe Kaufmann für
Kurier-, Express- und Postdienstleistungen (KEP) und die
KEP-Fachkraft. Die Ausbildung wird breiter und der Markt steht
stärker im Mittelpunkt. "Das ist keine Behördenausbildung mehr",
sagt Jürgen Blohm, Pressesprecher bei der Deutschen Post in Bonn.
Neben Leistungen wie Brief- oder Paketversand bieten die
Postwettbewerber eine Fülle zusätzlicher Dienstleistungen an. "Dazu
gehört ein Adressierservice, Retourenbearbeitung,
Sendungsverfolgung", sagt Carl Schamel.
"Die Berufe sind voraussetzungslos", betont Rudolf Pfeiffer,
Vorstand des Bundesverbandes der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP)
in Hamburg. So stehe auch jedem Hauptschulabsolventen der Einstieg
offen. Besonders interessant für einen geringen Schulabschluss ist
die zweijährige Ausbildung zur KEP-Fachkraft, deren Job
hauptsächlich das Verteilen der Sendungen ist. "Da brauchen wir
praktisch veranlagte Leute, die belastbar sind", sagt Müller vom
DVPT.
Anspruchsvoller ist die kaufmännische KEP-Ausbildung, die drei Jahre
dauert. "Die Rechnungsabschlüsse sind schwierig", sagt Müller. Die
Abrechnungsmethoden seien von Kunde zu Kunde unterschiedlich, das
müssen die Kaufmänner und -frauen im Blick behalten. "Zudem
disponiert der Kaufmann die Fachkräfte, stellt die Teams zusammen
und organisiert sie", sagt Pfeiffer.
"Ein vernünftiger Schulabschluss ist wichtig - das kann auch ein
überdurchschnittlicher Hauptschulabschluss sein", sagt
BVDP-Geschäftsführer Pink. Organisationstalent ist in dem Beruf
genauso gefragt wie kaufmännisches Interesse. "Mathematik sollte man
können, englische Grundkenntnisse sind auch nicht schlecht." Auch
wenn die neuen Ausbildungsberufe der veränderten Marktlage Rechnung
tragen - größter Ausbilder und Arbeitgeber wird die Deutsche Post
bleiben. "Die Wettbewerber haben rund fünf Prozent des
Marktanteils", sagt Müller. Das schlägt sich auch in der Zahl der
Ausbildungsplätze nieder: "Die Post hat zum 1. August 2500
KEP-Lehrlinge eingestellt", sagt Blohm. Bei den Wettbewerbern sind
es insgesamt rund 400 Azubis.
Informationen im Internet: Bundesagentur für Arbeit:
»Kaufmann/-frau
- Kurier-, Express- und Postdienstleistungen
Von Verena Wolff, 12.09.2005
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*TIPP*
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