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Kaufmann im Außenhandel - muss global denken und zusammenarbeiten.Berlin (dpa/gms) - Kaufleute im Groß- und Außenhandel sind die Mittler zwischen Produzenten und Verkäufern. Sie lenken Warenströme in die gewünschten Bahnen und versorgen Einzelhändler vor Ort.
Der Beruf ist in zwei Fachrichtungen unterteilt. Kaufleute im Großhandel arbeiten Einzelhändlern, Handwerkern, Gastronomen und der Industrie zu. Sie kaufen Waren in großen Mengen, lagern sie zwischen und beliefern die einzelnen Abnehmer. Im Bereich Außenhandel müssen sich die Kaufleute mit Außenwirtschafts- und Zollrechtsbestimmungen auskennen. Sie schließen internationale Kaufverträge ab, nehmen Devisenkalkulationen vor und stimmen sich weltweit mit Partnern ab.
«Oft sitzen Außenhändler im Büro und kaufen und verkaufen Waren rund um den Globus», sagt Alexander Kolodzik vom Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels in Berlin. Der Groß- und Außenhandel beschäftigt bundesweit rund 1,2 Millionen Menschen. «Genauso wie den Welthandelskonzern mit ein paar 100 000 Stellen gibt es aber auch den kleinen Importeur mit 10 Mitarbeitern», sagt Burghard-Ulrich Körlin von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt/Main.
Auf welchem Gebiet sie aktiv werden möchten, entscheiden angehende Groß- und Außenhandelskaufleute schon zu Beginn ihrer dreijährigen Ausbildung. Die Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel gehört zu den zahlenmäßig stärksten - rund 15 000 Jugendliche starten in diesem Bereich alljährlich. Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben vor allem Jugendliche mit gutem Realschulabschluss oder Abitur.
«Die Ausbildung ist sehr anspruchsvoll», erklärt Hella Lüth vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. «Nur rund sieben Prozent der angenommenen Bewerber steigen mit einem Hauptschulabschluss in die Ausbildung ein», ergänzt Kolodzik. Gute Noten seien vor allem in Deutsch, Mathe und in einer Fremdsprache vonnöten.
Seit Mitte des Jahres 2006 gilt für den Beruf eine neue Ausbildungsordnung. Aktualisiert und erweitert wurde unter anderem der Bereich Logistik. «Da hatte sich einiges verändert in den vergangenen Jahren», erklärt Lüth. «Zum Beispiel hält der Großhandel seine Lager mittlerweile so klein wie nur möglich.» An Bedeutung gewonnen haben die Fremdsprachen. Auch die Kunden- und Dienstleistungsorientierung steht während der Ausbildung verstärkt im Mittelpunkt.
Angehende Kaufleute im Groß- und Außenhandel müssen sich oft wenig Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen: Die Übernahmequote bei den ausbildenden Unternehmen liege bei 60 bis 70 Prozent, sagt Kolodzik. «Die Globalisierung schreitet voran», betont auch Körlin. «Deshalb hat man mit diesem Beruf sehr, sehr gute Chancen.»
Als Angestellte verdienen Kaufleute im Groß- und Außenhandel der Bundesagentur für Arbeit zufolge monatlich rund 1500 bis 1800 Euro brutto. Steigerungen sind möglich: «Der Groß- und Außenhandel setzt immer noch sehr stark auf den Nachwuchs aus der dualen Ausbildung und bietet ein großes Spektrum von Weiterbildungsmöglichkeiten an», erklärt Kolodzik.
Von Annett Kimpel, 06.11.2006 |
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