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Meteorologen sind Experten für jedes Wetter

Berlin/Offenbach (dpa/gms) - Eine Sonnenscheinperiode freut die meisten Menschen, Meteorologen sehen sie eher skeptisch: Zu wenig Regen für die Landwirtschaft, Aufheizung der Atmosphäre und danach schwere Gewitter wären möglich. Die Experten beobachten kontinuierlich die Entwicklung des Wetters und ziehen ihre Schlüsse daraus. So können sie ihre Vorhersagen erstellen und Unwetterwarnungen ausgeben. Von ihnen hängen nicht nur persönliche Reiseplanungen ab, sondern auch der Luft- und Schiffsverkehr. «Wetterfrösche» nennt der Volksmund die Fachleute und schimpft auf sie, wenn Voraussagen nicht eintreffen. Die Wissenschaftler hingegen sehen dies als Beweis dafür, wie kompliziert ihr Sachgebiet ist. «Das Studium ist nicht einfach und arbeitsintensiv», sagt Marion Schnee von der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG) in Berlin. Und etwas ernüchternd fügt sie hinzu: «Die Berufsaussichten sind nicht rosig.» Auch Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach bestätigt: «Der Arbeitsmarkt ist nicht sehr gut.» Ein Grund sind die Sparzwänge der staatlichen Einrichtungen. Beim DWD arbeiten zwischen 400 und 500 Meteorologen. «Der Frauenanteil ist nicht höher als 20 Prozent», so Kirsche. «Aber es studieren zunehmend Frauen.» Die Bezahlung beim DWD erfolgt nach der Besoldungsordnung des öffentlichen Dienstes. Weitere Arbeitgeber für Meteorologen sind die privaten Wetterdienste, wie Dennis Schulze, Vorstand des Verbandes der Deutschen Wetterdienstleister (VDW) in Berlin erklärt. «Die Wissenschaftler arbeiten nach den Wünschen der Kunden, sie müssen konkret deren Probleme lösen helfen.» Als Beispiel nennt er einen Energiehändler, der sich auf das Wissen eines Meteorologen stützt. «Denn das Wetter kann den Energiepreis an der Börse beeinflussen.» Schulze, der an der Freien Universität Berlin Meteorologie studiert hat, leitet heute einen privaten Wetterdienst. Er weist darauf hin, dass Männer und Frauen mit dieser Ausbildung beispielsweise auch im IT-Bereich, bei Versicherungen oder in der Windenergiewirtschaft Jobs finden - oder als selbstständige Meteorologen tätig werden. «Die Zertifizierung erfolgt durch die DMG», erläutert Marion Schnee. Auch in Forschungszentren, in der Luft-, Raum- und Schifffahrt und im Umweltschutz arbeiten diese Wissenschaftler. In Deutschland bieten ein Dutzend Universitäten Meteorologie an. Regelzeit für den Diplom-Studiengang sind zehn Semester, doch liegt die Studiendauer in der Praxis auf Grund von Leistungskursen oft höher. Mathematisches und physikalisches Verständnis gelten als Voraussetzung für das Studium. Auch sehr gute Englischkenntnisse müssen vorhanden sein, denn der Großteil der Fachliteratur erscheint in dieser Sprache. Als Meteorologen gelten die Wissenschaftler mit entsprechendem Hochschulabschluss. Allerdings brauchen die Wetterdienste auch andere fachlich entsprechend ausgebildete Mitarbeiter für die zahlreichen Aufgaben. «Bei uns gibt es in der mittleren Laufbahn die Wetterbeobachter und in der gehobenen Laufbahn die Wetterberater», erläutert Sabine Kopp vom DWD. Dafür sei kein Universitätsstudium notwendig. Voraussetzung für die mittlere Laufbahn ist der erfolgreiche Abschluss an Haupt- oder Realschule. Auch mit einer Ausbildung etwa als Elektroinstallateur, Feinwerkmechaniker oder Förster haben Bewerber Chancen. Für den gehobenen Dienst wird Fachhochschulreife verlangt. Die Ausbildung für die mittlere Laufbahn dauert 20 Monate, wobei die Praxis im Vordergrund steht und nur acht Monate auf theoretischen Unterricht entfallen. Die Fachhochschule des Bundes für Wetterdienst und Geophysikalischen Beratungsdienst im hessischen Langen für den gehobenen Dienst ist auf drei Jahre Studium ausgelegt. Die Studierenden können im Gästehaus in Einzelzimmern wohnen. «Die Wetterberater lernen, visualisierte Daten von Wetterradaren und Wettersatelliten auszuwerten», sagt Kirsche. Wetterbeobachtung gleicht einem Puzzle. Aus einer Fülle von Daten, die von Stationen zu festen Zeiten kontinuierlich übermittelt werden, gewinnen die Experten im internationalen Zusammenspiel ihre Grundlagen für die Prognosen. Das erfordert Dienst rund um die Uhr. Deshalb müssen sich die Fachkräfte zum uneingeschränkten Schichtdienst und auch zu Versetzungen verpflichten. Ohne «Wetterfrösche« kommen auch die Streitkräfte nicht aus. Der Geoinformationsdienst stellt zusätzlich zum militärischen Personal beispielsweise zivile Flugwetterberater ein, die die Fachhochschule absolviert haben. Sie beraten vor allem Piloten. Die Dienstverträge sehen Auslandseinsätze vor.
Informationen: Deutscher Wetterdienst, Kaiserleistraße 29/35, 63067 Offenbach (E-Mail: info@dwd.de)
InternetLinks: »Deutscher Wetterdienst (DWD); »Deutsche Meteorologische Gesellschaft; »Verband Deutscher Wetterdienstleister.
Die Ausbildung im Überblick im BerufeNet: »Dipl.-Meteorologe/-Meteorologin
Horst Heinz Grimm, 04.12.2006

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