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Bamberg/Düsseldorf (dpa/gms) - Parkette gelten als edle Fußböden.
In historischen Gebäuden, Sporthallen und Ballsälen bewegt man
sich auf den Holzmosaiken unterschiedlichster Muster. Auch in
Wohnungen und Häusern sind sie gefragt. Die Böden sind die Arbeiten
von Parkettlegern, eines Berufes, der Genauigkeit, sauberes Arbeiten
sowie fundiertes Wissen über Holz und dessen Eigenschaften verlangt.
Der Marktanteil von Parkett liegt in Deutschland bei etwa zwölf
Prozent, sagt Dirk-Uwe Klaas, Geschäftsführer des Verbandes der
Parkettindustrie in Bad Honnef. Gut 20 Millionen Quadratmeter
unterschiedlicher Holzböden, die verlegt werden müssen, bieten die
Hersteller im Jahr an. «Damit dies auch richtig gemacht wird, sollte
man sich an einen ausgebildeten Parkettleger wenden», rät Heinz
Brehm. Er ist Inhaber einer Fachfirma in Bamberg und
Bundeslehrlingsmeister im Zentralverband Parkett, dem
Innungs-Dachverband.
Parkett verlegen mag einfach aussehen, doch ohne entsprechende
Fachausbildung lässt sich eine qualitativ anspruchsvolle Arbeit
nicht erbringen. Wer die dreijährige Lehre in einem der mehr als 500
derzeit ausbildenden Betriebe beginnen will, sollte mindestens ein
gutes Hauptschulzeugnis vorlegen können und handwerkliches Talent
besitzen. Zusätzlich zur Praxis muss der angehende Parkettleger 840
Stunden Berufsschule im Blockunterricht absolvieren.
Brehm gibt nach einem Blick in die Statistik die Zahl der
Auszubildenden mit fast 900 an. Die meisten gebe es in Bayern,
Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. «2,5 Prozent der
Lehrlinge sind Frauen.» Die Ausbildungsvergütung beginnt nach
Angaben des Bundeslehrlingsmeisters im ersten Jahr mit 380 Euro,
steigt dann auf 465 Euro und liegt im dritten Lehrjahr bei 525 Euro monatlich.
«Ein Geselle verdient 11,90 Euro brutto pro Stunde.»
Verlegen sei einfach geworden, es gebe vorgefertigtes Parkett,
stellt Volker Paul vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in
Bonn fest. Wer einen eigenen Betrieb aufmachen will, braucht nach
den derzeit gültigen Bestimmungen keinen Meisterbrief mehr - es sei
denn, er will ausbilden. Deshalb hat sich nach Angaben von
Bundesinnungsmeister Joachim Barth in Berlin die «Zahl der Anbieter
vervierfacht».
Parkett legen erschöpft sich nicht darin, vorgefertigte
Holzstücke in einen Raum zu kleben. In Betrieben und in
Berufsschulen erfahren die Auszubildenden, wie viele
unterschiedliche Bodenarten es aus Holz gibt und welchen Untergrund
- beispielsweise Konstruktionen für eine Unterbodenheizung - sie
brauchen. Große Bedeutung hat das Raumklima; zu feuchte Luft lässt
Holz quellen, Trockenheit entzieht die notwendige Feuchtigkeit.
Auf dem Lehrplan stehen auch das Verlegen von Textilien, Kork,
Laminat und elastischen Materialien. Auch wenn die künftigen
Fachleute nur mit Holz arbeiten wollen, müssen sie die anderen
Techniken gut kennen. Ferner lernen sie das Anfertigen und Lesen von
Werkzeichnungen und wie sie den Materialbedarf ermitteln.
Wichtig in diesem Beruf sind die ökologischen Aspekte: Der
Fachmann muss über die Umwelteigenschaften der Hölzer ebenso
Bescheid wissen wie über die Versiegelungs-, Lösungs- und
Schutzmittel. Er muss mögliche Folgen für die Gesundheit bedenken -
beispielsweise bei Allergikern.
Gefragt sind hochwertige Materialien. «Massivparkett lässt sich
bis zu vier Mal renovieren», sagt Klaas. Je höher die Ansprüche der
Kunden, desto mehr müssen die Betriebe leisten können - etwa wenn
Intarsienparkett verlangt wird. «Dafür sind die Könner gefragt»,
sagt Brehm. Die oberste Stufe des Handwerks erreichen Parkettleger
nach der Meisterprüfung, zu der Gesellen ohne den Nachweis mehrerer
Praxisjahre antreten können.
Für Gesellen bieten sich noch andere berufliche Perspektiven. Sie
können in einem Seminar mit acht Wochen Blockunterricht den Beruf
des «Parkettlegers für Restaurierungsarbeiten» anstreben und mit
weiteren sieben Wochen «Geprüfter Restaurator im
Parkettlegerhandwerk» werden.
Der erfolgreiche Besuch der entsprechenden Schulen macht den Weg
auch frei zum Holztechniker, Holzingenieur oder Innenarchitekt bis
hin zum fachbezogenen Universitätsstudium.
Informationen: Bundesagentur für Arbeit »Parkettleger/in
Horst Heinz Grimm, 18.04.2007 |
*TIPP*
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