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Reich werden Sachbuchautoren meistens nicht.Frankfurt/Main (dpa/gms) - Auf dem Sachbuchmarkt herrscht Nachfrage. Fast ein Fünftel des Umsatzes der verkauften Bücher entfiel im vergangenen Jahr auf Sachliteratur. Wer selbst ein Sachbuch verfassen möchte, braucht Fachkompetenz.
Ein Autor muss sich als Experte auf seinem Gebiet ausweisen können", sagt Thorsten Schulte, Lektor für Sachbücher beim Eichborn Verlag in Frankfurt. Auch wer bisher noch nicht publiziert hat, habe eine Chance auf einen Buchvertrag - sofern er oder sie neue und interessante Thesen zu bieten hat. "Der Wunsch, ein Buch zu schreiben, ist bei vielen vorhanden", sagt Oliver Gorus, Agent aus dem baden-württembergischen Engen, der Sach- und Fachbuchautoren bei ihrer Veröffentlichung unterstützt.
"Schreiben wollte ich, wie alle ordentlichen Schreiber, eigentlich schon immer und am liebsten Romane", erzählt die Berliner Autorin Gerlinde Unverzagt. In neun Jahren hat sie 14 Sachbücher veröffentlicht, die meisten zu Familienthemen. "Im Laufe meines Studiums habe ich mit der journalistischen Arbeit für verschiedene Zeitungen begonnen." Den ersten Buchvertrag bekam sie, weil einem Verlag einer ihrer Artikel gefallen hatte.
"Es ist schön, wenn jemand auch gut schreiben kann, aber häufig ist das nicht der Fall", räumt Schulte ein. Hapert es mit dem Schreibtalent, werde dem Autor zuweilen ein Co-Autor zur Seite gestellt, im Extremfall sogar ein Ghostwriter. "Die Fähigkeit, ein Thema logisch gliedern zu können, ist wichtig", betont Gorus. "Sachbuchautoren müssen vor allem journalistisch arbeiten", sagt Unverzagt. Und das bedeute, gründlich zu recherchieren.
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Doch Schreibarbeit ist nicht die einzige Herausforderung: "Eine der schwierigsten Aufgaben eines Autors ist es, einen Verlag zu finden", sagt Axel Johanßen. "Sie ist mit der Suche nach einem Arbeitsplatz vergleichbar", so der Sachbuchautor aus Gummersbach.
"Ebenso wie die Verlage muss ich 95 Prozent aller Angebote ablehnen", bestätigt Gorus. Die Gründe seien unterschiedlich: "Weil die Qualität nicht stimmt, kein Markt vorhanden ist oder es schon viele Bücher zum Thema gibt." Auch deshalb rät Thorsten Schulte statt des fertigen Manuskripts ein Exposé aus Gliederung, Probekapitel und einer Zusammenfassung der wichtigsten Thesen einzureichen.
Auf Unterstützung von Lektoren könnten Autoren nicht unbedingt zählen, sagt Johanßen. "Sie haben heute viele andere Aufgaben und können sich kaum noch um ihre Autoren kümmern." Das sieht Schulte anders: "Gerade bei Sachbüchern greifen Lektoren stark ein - stärker noch als bei der Belletristik."
Der Verdienst von Sachbuchautoren ist eher gering. "Selbst wer jedes Jahr ein Buch macht, kann nicht davon leben - von Bestsellern einmal abgesehen", sagt Johanßen. "Idealismus ist ein feines Wort für diese Spielart der freiwilligen Selbstausbeutung", sagt Unverzagt.
Florian Oertel, 29.11.2004
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