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Die Seefahrt boomt: Der Schiffsmechaniker löst den Matrosen abHamburg/Bremen (dpa/tmn) - Zum nächsten Hafen reisen, ein Schiff aussuchen und als Matrose auf die große Fahrt gehen - diese Vorstellung vom Einstieg in die Seefahrt hält sich auch heute noch. « «Zum Matrosen wird schon lange nicht mehr ausgebildet», sagt Alexandra Pohl vom Verband Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg. Heute gibt es stattdessen den Schiffsmechaniker, einen staatlich anerkannten Beruf.
Laut VDR bilden mehr als 100 deutsche Reeder auf ihren Schiffen
635 angehende Schiffsmechaniker aus, das sind 83 mehr als im Vorjahr.
Entscheidend bei der Wahl dieses Berufes ist die rechtzeitige Information und Beratung. Wer zur See fahren möchte, findet diese bei der Zentralen Heuerstelle Hamburg (ZHH) ebenso wie bei der Berufsbildungsstelle Seeschiffahrt und dem Reederverband.
Seeleute müssen sich bei der Berufswahl im Klaren sein, was sie
erwartet: Lange Abwesenheit von zu Hause und vom Freundeskreis sowie Arbeit in internationalen Mannschaften mit Englisch als Umgangssprache. «Wir erhalten ständig Anfragen von Interessenten, die völlig falsche Vorstellungen haben», erzählt Uwe Schweitzer von der ZHH. «Da wollen manche nur auf großen Segelschiffen ausgebildet werden, andere auf luxuriösen Kreuzfahrtschiffen. Solche Wünsche sind fernab der Realität.» Etwa 90 Prozent der Seeleute seien auf Containerschiffen im Einsatz.
Für den Beruf, für den ein Mindestalter von 16 Jahren gilt, wird auf jeden Fall ein Hauptschulabschluss verlangt. Doch inzwischen überwiegen Realschüler und Abiturienten als Bewerber, sagt Dieter Hildebrand von der Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt in Bremen. Die Personalchefs der Reedereien entscheiden sich klar für den Nachwuchs mit den besten Noten.
Voraussetzung für die Arbeit an Bord ist die uneingeschränkte Seediensttauglichkeit. Ärzte stellen sie in Untersuchungen fest. Mit einem Vertrag einer Reederei in der Tasche beginnt dann die dreijährige Ausbildung, die unter bestimmten Voraussetzungen - abgeschlossene Berufsausbildung oder Hochschulreife - um maximal sechs Monate verkürzt werden kann.
Die Azubis erhalten zunächst in zehn Wochen Blockunterricht auf einer Seemannsschule Unterricht, an den sich etwa für drei Monate die überbetriebliche Ausbildung in Metallbearbeitung und Brandabwehr anschließen. Dann geht es für 49 Wochen an Bord eines Schiffes, anschließend wieder für zehn Wochen in die Berufsschule. Nach der Zwischenprüfung machen die angehenden Facharbeiter 68 Wochen Dienst im Schiffsbetrieb und müssen vor der Abschlussprüfung noch einmal die Schulbank drücken. Am Ende winkt der Schiffsmechanikerbrief.
Zu den Aufgaben der Schiffsmechaniker gehören die Wartung und Reparatur technischer Anlagen an Bord ebenso wie Dienst auf der Brücke, das Los- und Festmachen von Schiffen im Hafen und
Konservierungs- und Anstricharbeiten. Sie müssen auch die Sicherheitseinrichtungen überwachen. Wenn es um Be- und Entladen geht, sind sie ebenfalls gefordert. «Die Ausbildung zum Schiffsmechaniker ist der Grundstein für eine Karriere an Bord», erklärt Pohl. Sie selbst hat ihre berufliche Laufbahn so begonnen und ist inzwischen ausgebildete Kapitänin für die Große Fahrt in allen Seegebieten und außerdem noch Chief,
das heißt Leiterin der Maschinenanlage. Den Aufstieg zum nautischen
oder technischen Offizier und damit in höhere Heuerklassen streben
zwei Drittel der Facharbeiter an, sagt Dieter Hildebrand. Bei
entsprechender Fortbildung steigen manche auch zu Kapitänen auf.
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