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Vielseitig und hoch qualifiziert - Zerspanungsmechaniker sind gefragtBremen/Bonn (dpa/tmn) - Ob Radnaben oder Präzisionsteile für medizinische Geräte, Uhrengehäuse oder Ölpumpen für die Autoindustrie: Zerspanungsmechaniker sind hier am Werk. Sie drehen, fräsen oder schleifen Bauteile in die gewünschte Form. Sie bedienen dabei auch computergesteuerte Maschinen und arbeiten mit hoher Präzision. Der Beruf sei vielseitig, sagt André Graf, Ausbilder bei der ThyssenKrupp Krause GmbH in Bremen. Zerspanungsmechaniker setzen ihre Aufträge selbstständig um und stehen im Kontakt mit anderen Abteilungen wie Konstruktion und Montage. Bei ThyssenKrupp Krause werden Montageanlagen für die Autoindustrie hergestellt, auf denen später Motoren, Getriebe und Achsen produziert werden. Im Betrieb in Bremen arbeiten 60 Zerspanungsmechaniker. Tim Kasper, der seine Ausbildung im Unternehmen im vergangenen Jahr abgeschlossen hat, bedient jetzt eine computergesteuerte Fräsmaschine, mit der die Bauteile von verschiedenen Seiten bearbeitet werden können. Bei seiner Arbeit muss der 20-Jährige die technische Zeichnung lesen sowie das Programm kontrollieren und oft auch selbst schreiben. «Einfach auf den Knopf drücken und machen lassen, geht nicht», erklärt er. Die dreieinhalbjährige Ausbildung findet in der Berufsschule und im Betrieb statt. Die Kernqualifikation ist bei allen gleich. Später können die Zerspaner einen Schwerpunkt zum Beispiel auf Fräsmaschinensysteme oder Drehautomatensysteme legen. Bei ThyssenKrupp Krause werden im ersten Lehrjahr im Betrieb die Grundlagen im Drehen und Fräsen sowie manuelle Fertigkeiten in der eigenen Lehrwerkstatt vermittelt. Im zweiten Jahr werden die Kenntnisse vertieft und auch mit mit computergesteuerten sogenannten CNC-Maschinen gearbeitet. Die Azubis bekommen früh kleinere Aufträge: «Wir wollen, dass sie möglichst früh ans Produkt herankommen und auch qualitativ gute Arbeit abliefern», erklärt Ausbilder Graf. Im dritten und vierten Lehrjahr sind die Auszubildenden in der Fertigung, wo sie Aufträge abarbeiten und den Schichtbetrieb kennenlernen. Prüfungen finden jeweils am Ende des zweiten Ausbildungsjahres und zum Ende der Ausbildung statt. Beide Noten fließen in die Gesamtwertung ein, erläutert Petra Westpfahl vom Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB) in Bonn. Dabei setzt sich die Prüfung aus praktischen und schriftlichen Aufgaben zusammen. «Das ist eine hochqualifizierte Ausbildung», sagt Westpfahl. «Die Chancen, danach übernommen zu werden oder einen Arbeitsplatz zu finden, sind sehr gut.» In manchen Betrieben seien die Azubis bereits knapp. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es statistisch nur 0,81 Bewerber pro Ausbildungsplatz. Ausbildungsbetriebe gibt es Westpfahl zufolge im gesamten Bundesgebiet: «Junge Leute müssen keine weiten Wege auf sich nehmen, um so eine Ausbildung anzufangen.» Wer sich dafür interessiert, sollte sich allerdings am besten bereits ein Jahr vor Ausbildungsbeginn um einen Ausbildungsplatz kümmern. Nach Daten des BIBB verdienen angehende Zerspanungsmechaniker im ersten Lehrjahr monatlich im Schnitt 741 Euro im Westen und 730 Euro im Osten. Im letzten Jahr der Ausbildung sind es durchschnittlich 894 Euro in West- und 867 Euro in Ostdeutschland. Nach der Ausbildung stehen den Absolventen verschiedene Möglichkeiten der Fortbildung offen. Zerspanungsmechaniker können sich spezialisieren, etwa im Bereich der Robotik oder der Lasertechnik, erklärt Westpfahl. Möglich sei auch, durch die Prüfung zum Industriemeister Metall in die mittlere Führungsebene aufzusteigen. Voraussetzung dafür seien neben der Ausbildung in einem Metallberuf zwei Jahre Berufspraxis. Außerdem steht ihnen die Fortbildung zum Techniker offen. Das entspricht einer Qualifikation zwischen Meister und Ingenieur.
Informationen im Internet:
»Zerspanungsmechaniker/in |
*TIPP* |
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