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Auslandserfahrung ist ein Pluspunkt 

Es gilt vielleicht nicht für alle Berufe gleichermaßen, aber Auslandserfahrung schadet nie. Schließlich sind die Märkte auch für mittelständische Unternehmen global geworden. Den Kontakt zu Geschäftspartnern oder Niederlassungen in anderen Ländern zu halten, wird aber nicht nur wegen der möglichen Sprachbarriere schnell zur Herausforderung. Mitarbeitern, die schon im Ausland gelebt haben, fällt das oft leichter. «Auslandserfahrung heißt auch ein Plus an Sozialkompetenz und Sprachkompetenz», sagt Alexander Böhne. «Wer ins Ausland geht, lernt eine andere Sicht auf die Dinge kennen. Davon kann er auch beruflich profitieren», so der Personalexperte von der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) in Berlin. Das muss nicht direkt der Fall sein - also so, dass man bei seinem Auslandsaufenthalt etwas gelernt hat, das sich gleich im Beruf anwenden lässt. «Man profitiert davon auch, wenn man danach in völlig anderen Bereichen arbeitet.» Für eine Exportnation sei es in jedem Fall von Vorteil, wenn Mitarbeiter möglichst früh Kenntnisse anderer Länder erwerben, sagt Barbara Fabian, Europa-Bildungsexpertin beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Brüssel. «Kein anderes Land in Europa hat so viele Grenzen zu anderen.» Die Bedeutung des Exports wachse noch - auch für mittelgroße Unternehmen. «Da hilft es einfach zu wissen, wie die anderen ticken.» «Das Interesse der Jugendlichen, ins Ausland zu gehen, hat zugenommen», sagt Barbara Fabian. Aber der Anteil derjenigen, die das tatsächlich machen, ist klein: Es sind nur etwa ein Prozent der Auszubildenden und zehn Prozent der Studierenden. «Dabei kann heute ein Viertel der Ausbildung im Ausland absolviert werden.» Die Kammern sind behilflich, Austauschprogramme zu finden.
 Für Studierende gibt es die Möglichkeit, für ein oder mehrere Semester ins Ausland zu gehen, schon immer. Die Umstellung auf das Bachelor- und Masterstudium hat die Anerkennung der Studienleistungen zum Teil erleichtert, die praktischen Probleme aber eher größer werden lassen. Eine Alternative kann ein Auslandsaufenthalt zwischen Abitur und Studium sein.
 Möglich ist das zum Beispiel im Rahmen so genannter Freiwilligen- oder Friedensdienste, bei denen die Jugendlichen in sozialen, kulturellen oder denkmalpflegerischen Projekten im Ausland mitarbeiten. Corporate Volunteering ist das Fachwort dafür. Es muss nicht zwangsläufig ein Karrieresprungbrett sein, aber es schadet auch nicht. Die Teilnehmer erwerben Eigenschaften, die Arbeitgeber schätzen: «Man lernt, Belastbarkeit, Anpassungs- und Durchsetzungsfähigkeit zu entwickeln», sagt Barbara Fabian. Und man zeigt Engagement, Einsatzbereitschaft und vor allem auch Eigeninitiative. «Das alles ist auch im Berufsleben wichtig.» Nicht nur bei sogenannten High Potentials, den Überfliegern auf dem Arbeitsmarkt, spielt das eine Rolle. «Auslandserfahrung kann für jeden wichtig sein», sagt Alexander Böhne.  [Quelle: dpa]
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